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Schüler retten Leben

Über 100 Traunsteiner Mittelschüler als Ersthelfer ausgebildet

Ein Mann bricht vor Ihnen auf der Straße zusammen. Seine Atmung stockt und hört schließlich ganz auf! Wie reagieren Sie? Wenn Sie im ersten Moment überfordert sind, dann geht es Ihnen wie 67 Prozent der Deutschen.

 

In anderen europäischen Ländern wie den Niederlanden ist die Zahl der Laien, die Wiederbelebungen durchführen, deutlich höher als bei uns. Damit wir mehr mutige Ersthelfer finden, ist es uns wichtig, an Schulen Ausbildungen zur Erstrettung zu ermöglichen“, berichtet Matthias Volz vom Verein Kids Save Lives Chiemgau.

Gemeinsam mit seiner Kollegin Katharina Weber hat Volz an der Franz von Kohlbrenner Mittelschule Traunstein acht Klassen zu Ersthelfern ausgebildet. An lebensnahen Puppen und mit technischer Unterstützung konnten die Schüler den Dreischritt (Prüfen, Rufen, Drücken) bei einem Notfall lernen.

Als erstes prüften die Schüler, ob die Person ansprechbar ist und schüttelten sie. Als nächster Prüfschritt kontrollierten die Schüler die Atmung. „Im ersten Moment war es mit der Puppe etwas seltsam, aber wenn man die Scheu abgelegt hat, war es ganz einfach“, erzählt Sarah aus der 9b.

Im nächsten Schritt riefen die Schüler um Hilfe. So wurde der Notruf imaginär aktiviert und versucht, weitere Personen zur Rettung herbeizuholen.

Im letzten Schritt lernten Schüler, wie man eine Herzdruckmassage durchführt. In Vierergruppen trainierten die Schüler abwechselnd und konnten in den Druckphasen auf technische Unterstützung und ihre Mitschüler zurückgreifen. „Das hat richtig Spaß gemacht und wir sind immer besser geworden“, erzählt Ben aus der 9a.

Jeder sollte Wiederbelebungsmaßnahmen kennen und anwenden können. Wenn alle Jugendlichen, vor sie aus der Schule entlassen werden, darin geschult werden – was gibt es Sinnvolleres?

Die Wahrscheinlichkeit, dass dann im späteren Leben im Ernstfall auch wirklich jemand hilft, steigt dadurch enorm, da bin ich sicher!“, erklärt Konrektorin Ulrike Hoernes.

Der Verein Kids Save Lives Chiemgau hat sich zum Ziel gesetzt, dass möglichst viele Schüler im Landkreis zu Lebensrettern ausgebildet werden. Hierfür werden kostenfrei ausgebildete Tutoren samt Wiederbelebungssimulatoren für die Zeit des Unterrichts zur Verfügung gestellt. Alle Schüler erhalten nach Absolvierung von zwei Schulstunden ein Zertifikat und werden ganz nebenbei zum Lebensretter.

 Gestartet wird in jeder Schule mit der 7. Klasse sowie der jeweiligen Abschlussklasse. Zudem sollen die dortig tätigen Pädagogen in die Lage versetzt werden, die Klassen zwischen der 7. und der Abschlussklasse weiter jährlich im Reanimationsunterricht zu schulen. Hierfür werden vom Verein die Reanimationssimulatoren kostenlos den Pädagogen zur Verfügung gestellt.

Bin ich jetzt wirklich ein Lebensetter?“, will Dominik aus der 9b nach zwei aufregenden Stunden wissen. „Natürlich!“, antwortet Matthias Volz, „und sollte ich jemals einen Notfall haben, hoffe ich, dass ich einen so gut ausgebildeten Lebensretter wie euch in der Nähe habe!“